Audi wird die 24
Stunden von Le Mans mit dem neuen R18 bestreiten. Das neu entwickelte
Fahrzeug verfügt über ein geschlossenes Cockpit, um die aerodynamischen
Vorteile dieses Konzepts zu nutzen.
Seit 2000 waren die Audi-Prototypen allesamt offen unterwegs gewesen.
»Die Änderung im Reglement hat die Vorteile der offenen Bauweise
ausgehebelt«, erklärt Dr. Martin Mühlmeier, Leiter Technik bei Audi
Sport.

Jetzt neu mit Dach: der Audi R18
Das neue Modell bringt zahlreiche neue Ansätze mit. So besteht das
Monocoque aus nur noch einem CFK-Bauteil, um Gewicht zu sparen und
höhere Steifigkeit zu gewährleisten. Der aktuelle Motor wurde dem
2011-Reglement entsprechend auf 3,7 l Hubraum reduziert. Er ist
weiterhin als Turbo-Diesel mit Direkteinspritzung konzipiert, nunmehr
jedoch als V6 ausgelegt. »Der TDI«, so Ulrich Baretzky, Leiter der
Motorenentwicklung bei Audi Sport, »ist aus unserer Sicht noch immer
die effizienteste Technologie.« Die Zeit der großvolumigen Motoren im
Motorsport scheint im Hinblick auf höhere Systemeffizienz zuende zu
gehen, zumindest in Europa.
Ungewöhnliches ist beim Fahrwerk zu beobachten: Die Räder sind an
beiden Achsen gleich dimensioniert. Dies ist aufgrund des kleineren
Motors, der weniger Gewicht und Drehmoment auf die Hinterräder bringt
und ein kleineres, leichteres Getriebe zulässt, sinnvoll. Zudem soll
sich die Fahrzeugbalance verbessert haben.

Bei Tests in Sebring
Der ACO ist seit Jahren um die Integration von alternativen Antrieben
bemüht. Da in der Serie immer mehr Fahrzeuge mit Hybridantrieb auf die
Straße kommen, erlaubt das Reglement für Le Mans und LMS nunmehr
Hybridantriebe in den Prototypen-Klassen. Peugeot hat bereits vor einem
Jahr in Silverstone den 908 Hybrid vorgestellt, will die Technik erst
versuchsweise im Rennbetrieb einsetzen.
Der R18 fährt 2011 ohne elektrische Antriebstechnik, aber Audi hat
beim Antriebsstrang wesentliche Komponenten so ausgelegt, dass sie in
weiteren Schritten die Integration elektrischer Bauteile ermöglichen.
Damit werden der weiteren Elektrifizierung des Antriebs alle
Möglichkeiten geöffnet. »Welche Form von Energierückgewinnung wir auch
immer wählen – im Vordergrund steht bei Audi im Motorsport genau wie in
der Serie, dass dies auch wirklich einen Vorteil bringt«, begründete
Dr. Wolfgang Ullrich den Schritt.
Die erste Testfahrt erfolgte Ende November 2010 mit Allan McNish in
Sebring, sein Renndebüt wird der R18 beim Sechs-Stunden-Rennen in
Spa-Francorchamps haben. [•] |

Testfahrt: Der neue Audi R18 in Sebring
Termine für den Audi R18
24.04. Testtag Le Mans (F)
07.05. 6 Stunden Spa-Francorchamps (B)
11./12.06. 24 Stunden Le Mans (F)
03.07. 6 Stunden Imola (I)
11.09. 6 Stunden Silverstone (GB)
01.10. Petit Le Mans, Road Atlanta (US)
12.11. 6 Stunden China (CN)
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